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Das Tovarer Jokili feierte sein 35. Jubiläum


In Tovar fing die Fasnet 2011 wie immer mit dem Hemdglunkerumzug an. Aber dieses Jahr wurden die Hemdglunker von einem farbenfrohen Fasnachtswagen - in Form einer Geburtstagstorte - angeführt, welcher gebaut wurde, um den 35. Geburtstag der Tovarer Narrenzunft zu feiern.
Als die Hemdglunker den "Pablo Dürr Platz" erreichten, wurde - inmitten zahlreicher Tovarer und Touristen - während einem kleinen Festakt der Fasnetsbaum aufgestellt, was schon seit vielen Jahren nicht mehr gemacht wurde.
Danach hielt der Oberzunftmeister Ralf Muttach eine Ansprache, in welcher er an die Gründung und die Entwicklung der Zunft erinnerte; er dankte den Gründern und den Freunden der Zunft für die in der Vergangenheit geleistete Arbeit und machte auf deren Erfolge sowie auf die Vorteile der Zusammenarbeit aufmerksam und bestätigte zum Schluss, dass der Vorstand, bei welchem er an oberster Stelle steht, verspricht, dieses Werk fortzuführen.
Daraufhin ergriff sofort der fröhliche Zeremonienmeister Julio Carrillo das Wort und lud die Anwesenden dazu ein, das Jokili aufzuwecken. “Jokili Kumm” riefen alle, und das Jokili wollte immer noch nicht aus dem Brunnen springen; aber auf einmal sprang das Oberjokili 2011, Andrés Breidenbach, aus der großen Torte, begleitet von Feuerwerken und von dem "Narri-Narro" Lied, um die Anwesenden mit seinem Fasnetstanz zu erfreuen. Als die Zeremonie zu Ende war, wurde im Molino Rojo weitergefeiert, wo das Geburtstagslied gesungen und echter Geburtstagskuchen gegessen wurde, ein richtiger Leckerbissen, mit gelben, blauen und roten Jokilifransen dekoriert. Es war eine Gelegenheit, mit Familie und Freunden zu feiern, da 35 Jahre Bemühungen zelebriert wurden. Obwohl es auch Momente der Wehmut gab durch die Abwesenheit unseres Gründers Pablo Dürr und unserer Kollegen aus Endingen, war es eine Feier voller Freude.


Während den restlichen Tagen ging die Karnevalstruppe zu ihren üblichen Aktivitäten über; am Samstag nahm sie an dem durch die Gemeinde Tovar organisierten Umzug teil und während der gesamten Fasnetszeit zog die Truppe durch die Tovarer Straßen und besuchte Geschäfte und Wirtschaften. Die traditionellen "Schuh"- und "Mütze" - Fasnachtswägen, der spielerische Storch, der von Ronald Gutmann und José Gregorio Dávila gespielt wurde, das Stadttier Luis Oropeza, die Meister und alle Teilnehmer waren immer bereit, sich fotografieren zu lassen, um den Menschen diese wunderschöne Tradition zu zeigen, die wir von unserem Brudervolk Endingen geerbt haben.



Am Fasnetsdienstag in der Abenddämmerung durchliefen die schwarzgekleideten Jokilis mit dem schwarzbemalten Schuh-Fasnetswagen ganz Tovar, begleitet von einem Trauergefolge, um mit ironischer Trauer zu verkünden, dass nun die Zeit gekommen ist, um vom Jokili Abschied zu nehmen. Bei Einbruch der Nacht begann dann der Trauerumzug und es waren die Schmerzensschreie mehrerer Witwen des Jokili zu hören, zwischen welchen sich auch die aus Endingen stammende Petra Muttach befand. Sowohl die Witwen wie auch eine große Menschenmenge verabschiedeten sich zum letzten Mal vom Jokili und schickten einen durch das ausgelassene Feiern und den Alkohol komplett ausgelaugten Fasnachtsgeist in den Brunnen zurück. Die Abschlussfeier fand im Hotel Freiburg statt und war die am besten besuchte der letzten Jahre.
Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass die Narrenzunft Jokiliverein Colonia Tovar mit Erfolg ihr 35. Jubiläum während der Fasnet 2011 feiern konnte. Es ist aber wichtig zu betonen, dass dies nur durch die Arbeit ihrer Mitglieder und die Unterstützung der Geschäftsleute unserer Gemeinde möglich war. Im Gegensatz zu den derzeitigen Gemeindebehörden, welche die Wichtigkeit dieser Tradition - welche zum Ziel hat, die Colonia Tovar zu ehren und zu würdigen - nicht zu schätzen wissen.

Narri Narro, d' Tovarer Jokili sin do!