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Sym-Badische Alphornbläser auf grosser Reise

Ottmar Fischer

Vom 2.-14. November 2007 reiste die hiesige Alphorngruppe die „Sym-Badischen“ Alphornbläser nach Venezuela. Grund der Reise war das Treffen von fünf deutschstämmigen Kolonien Südamerikas vom 6.11.- 12.11.07 in der Colonia Tovar, die „Encuentro de Comunida des Alemans de America Latina“ (CAAL). Dies waren Argentinien, Brasilien, Chile, Peru, Paraguay und Venezuela. Initiatoren dieser Reise waren der Schirmherr des Treffens, Leopoldo Jahn Montabaun und Fridolin Herold, einer der Alphornbläser. Leopoldo Jahn, ein Freund Fridolin Herolds, weilte im Frühjahr in Endingen und sah und hörte zum erstenmal ein Alphorn. Begeistert davon erzählte er von dem Kolonie-Treffen im November und lud die ganze Gruppe ein daran teilzunehmen. Aus einer spontanen Idee wurde Realität.
Am 2. November kam die Gruppe der 6 Alphornbläser mit ihren Frauen am Flughafen Maiquetia in Venezuela nach 9 Stunden Flugzeit an. Der in Endingen wohnende Tovarer Gonzalo Missle begleitete die Gruppe als Reiseführer und Übersetzer und war ihnen eine wertvolle Unterstützung. Die ersten vier Tage verbrachte man auf einer Finka nahe Calabozo, wo man die Zeit mit Ausflüge ins Landesinnere verbrachte. Am Sonntag umrahmte die Alphorn-Gruppe den Gottesdienst in der Kathedrale von Calabozo. Nach und nach lockten die Klänge der Alphörner immer mehr neugierige Zuhörer durch die offenen Türen in die Kirche. Nach einem anschließenden kurzen Stehempfang besuchte man das inzwischen fertig gestellte Kinderheim „Adolf Kolping“ das durch die Initiative von Honorarkonsul Helmut Eitenbenz gebaut wurde. Auch hier wurde man zu einem Umtrunk und einem kleinen Imbiss eingeladen. Am Mittwoch ging es dann nach Tovar. Schon die Fahrt über die Serpentinen führenden Straßen war ein Erlebnis. Nachdem man im Hotel Rebstock Quartier bezogen hatte, trafen wir uns mit allen Teilnehmern der 5. Kolonien im Hotel Selva-Negra zur offiziellen Begrüßung mit gegenseitigem Kennenlernen. Jede Gruppe stellte sich mit einem Beitrag selbst vor. Am 7. Tag fuhren alle Teilnehmer im Autokonvoi nach El Jarillo. An der Gemarkung wurden wir überschwänglich von der halben Bevölkerung des Dorfes mit Transparenten und Liedvorträgen willkommen geheißen, bevor wir weiterfuhren und der offizielle Empfang in der Kirche stattfand. Anschließend fand auf dem Kirchplatz ein großes Dorffest statt, das bis zum späten Abend dauerte. Tags darauf war am Nachmittag ein großer Umzug mit vielen Gruppen verschiedener Familiennamen. Natürlich durften die Tovarer Jokili nicht fehlen, die während dieser Tage immer in Aktion waren. Großes Aufsehen erregten wir am nächsten Nachmittag, als wir mit unseren Alphörnern in Tovar an verschiedenen Plätzen aufspielten. Abends wurde in der St. Martinskirche eine deutsche Messe gelesen. Dr. Franz-Josef Vollherbst vertrat nicht nur die Endinger Narrenzunft, sondern gestaltete auf seiner Steirischen Ziha ebenso wie wir mit den Alphörnern den Gottesdienst mit. Am Sonntag gaben wir nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz ein Platzkonzert, das live vom Radio Regional Tovar übertragen wurde. Der Menschenandrang war überwältigend. Abends fand auf dem Dorfplatz dann die Taufe der neuen Zunftmitglieder der Tovarer Jokili statt, wo Dr. Franz-Josef Vollherbst als Tovarer Jokili aufgenommen wurde. Die nächsten beide Tage verbrachten wir nach zweistündiger Fahrt durch den Regenwald und einstündiger Bootsfahrt in Cepe, einem herrlichen Badestrand, wo die Wassertemperatur noch 28° Celcius betrug. Der Abschied fiel allen sichtlich schwer. Man hatte in den vergangenen Tagen doch viele neue Freunde dazu gewonnen, viel erlebt und einander versprochen, sich bestimmt wiedersehen.