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Die Tovarer Jokili danken Endingen

Brief aus Tovar, Januar 2008, von Erika Maldonado Suhr

Mit viel Freude und großen Erwartungen hat eine Gruppe von 30 Tovarer Jokili aus Venezuela den Ozean überquert, um Deutschland zu besuchen und am Narrenfest 2007 teilzunehmen, welches im Rahmen des 225. Jubiläums der Endinger Narrenzunft gefeiert wurde. Die meisten waren sehr jung und haben sich dafür entschieden, den Brauch ihrer Eltern weiterzuführen. Alle waren sehr gespannt auf das Land, aus welchem ihre Vorfahren vor 164 Jahren ausgewandert waren, außerdem wollten sie aber auch miterleben, wie die Fasnet in Endingen gefeiert wird.
Es waren 30 wunderschöne Tage, von dem Willkommensgruß angefangen bis hin zum Abschied. Es war wie ein Empfang für gute Freunde, sogar für Verwandte. Die Musik, der Schnee und die Herzlichkeit waren der Anfang einer wunderbaren Erfahrung. In den darauffolgenden Tagen hatte der Fasnetsgeist die ganze Gruppe überwältigt, als diese durch die dekorierten Straßen lief und in den Schaufenstern der Läden die Modellpuppen sah, die die verschiedenen Narrenzünfte repräsentierten, welche zu diesem Fest eingeladen worden waren, darunter auch die der Tovarer Jokili.
Der Terminplaner füllte sich mit unzähligen Umzügen und farbenfrohen Feiern. Es muss noch dazu gesagt werden, dass jedes dieser Ereignisse eine Möglichkeit für uns war, etwas dazu zu lernen und Menschen verschiedener Staatsangehörigkeiten zu treffen, was aus unserer Reise letztendlich einen kulturellen Austausch machte. Dieser Austausch brachte neue Freundschaften mit sich und zeigte, wie wichtig es für die Menschen in Deutschland ist, dass in Südamerika eine Narrenzunft existiert, die die Fasnet fast genauso feiert wie in Endingen.
Aber das Beste von allem war, ohne Zweifel, in jeder Ecke der Stadt konnten wir das Lied unserer Gruppe: „Narri, Narro, d’Tovarer Jokili sin wieder do” singen hören.
Ein Blatt Papier reicht leider nicht aus, um zu erklären, wie bereichernd diese wunderbare Erfahrung für uns war, hauptsächlich weil sie für die jungen Tovarer die beste Möglichkeit bot um zu verstehen, was das Jokili ist.

Durch diesen Kontakt mit den Wurzeln ist nun in der Gruppe die Notwendigkeit erwacht, ganz spontan diesen Brauch weiterzuführen, aber auch weiterzugeben. Außerdem konnten wir bestätigen, dass, auch wenn es tatsächlich (schon alleine durch das kulturelle Umfeld) Unterschiede zwischen beiden Narrenzünften gibt, wir alle Jokili sind.
Zum Schluss möchten wir Tovarer Jokili unseren Gastgebern für ihre Gastfreundschaft ein herzliches Dankeschön aussprechen. Sie haben uns in ihrem Haus empfangen und wir fühlten uns - trotz Sprachbarriere - wie zuhause. Auch möchten wir unseren Kollegen - den Endinger Jokili - danken, denn am Ende wurde kein Unterschied zwischen den Jokili von hier oder den Jokili von dort gemacht und man dachte, dass es ein einziger großer Jokiliumzug war.

Unseren herzlichen Dank nochmals an Alle, Geschäftsleute, Kollegen, Gastgeber und Zuschauer, denn mit ihrem Lächeln und mit ihrer Aufmerksamkeit haben sie die Verbindungen zwischen unseren durch tausende von Kilometern getrennten, aber durch ein gemeinsames Gefühl - die Leidenschaft für die Fasnet - vereinten Gemeinden verstärkt.

„Narri, Narro, d’Tovarer Jokili sin wieder do“

Übersetzt von Tanja Werneth